Henning Fehr, geboren in Erlangen, 1985, Philipp Rühr, geboren in Brühl, 1986. Leben und arbeiten in Berlin.

Die intensive Beobachtung gesellschaftlicher Subsysteme – ihrer strukturel­len Besonderheiten, dichotomen soziokulturellen Dynamiken und einge­schriebenen Widersprüchlichkeiten – ist zentraler Aspekt im Werk des Künst­lerduos Henning Fehr & Philipp Rühr. Mit Studio Visit (2017) begeben sich die beiden ausgehend vom Berliner Musikprojekt Rhythm and Sound, das Ende der 1990er-Jahre mit einem musikalischen Hybrid aus Techno, Reggae und Dub auf sich aufmerksam machte, auf die Suche nach den Kanälen des inter­kulturellen Musiktransfers. Ihr Weg führt sie nach New York City zum Indepen­dent-Label Wackies, das sich seit seiner Gründung in den 1970er-Jahren auf Reggae und Dub spezialisiert hat. In Interviewszenen mit den Musikern des Labels ergibt sich nach und nach das Bild einer Community mit all ihren struk­turellen Eigenheiten. Am Beispiel dieser Musikgemeinschaft werden kulturel­le Auffassungen von Urheberrecht und Rechteüberlassung, von Gemeinschaft und Musik als Lebenskonzept deutlich, die in starkem Kontrast zur künstleri­schen Weiterverarbeitung diesseits des Atlantiks stehen. Eingebettet ist das Video in eine Rauminstallation, die mittels szenografischer Elemente die Pfa­de der „Produkte“ Kunst und Musik exemplarisch offenlegt.