Juliette Blightman
*1980 in Farnham, Großbritannien
lebt und arbeitet in Berlin
Juliette Blightmans Œuvre thematisiert die persönlichen, alltäglichen Beobachtungen der Künstlerin in kaleidoskopartiger Tagebuchmanier. Als Kreuzung der realen und der digitalen Welt sind ihre Arbeiten Collagen einer zeitgenössischen Erfahrungswelt, in der sie mit den von ihr genutzten Medien in den Dialog tritt. In der Kestner Gesellschaft wird der Betrachtende über einen grünen Teppich, der als Assoziation an einen Vorgarten-Rasen das Verhältnis von privatem und öffentlichem Raum verhandelt, in die Thematik ihres Video- Tagebuchs Portraits and Repetition (2016) eingeführt. In den vier nach den Jahreszeiten gegliederten Filmen werden Bilder aus dem privaten und öffentlichen Leben der Künstlerin gezeigt – ohne einer stringenten Narration zu folgen. Vielmehr sind die unzusammenhängenden und außersprachlichen Erzählungen als Einblick in einen von der Informationsgleichzeitigkeit geprägten Alltag zu interpretieren. Im Gegenzug dazu verweisen die Zeichnungen und Malereien mit ihren im Titel angeführten Datierungen auf eine – flüchtigen Momenten gegensätzliche – stringente zeitliche Abfolge. Als eine Ablehnung der Unterwerfung von zeitgenössischen Informationszyklen lassen sich ihre Arbeiten als Modelle des Widerstands verstehen.