Geboren in Breisach am Rhein, 1983. Lebt und arbeitet in Berlin.

An der Schnittstelle von Kunst und Wissenschaft nimmt Julius von Bismarck, der bei Olafur Eliasson studiert hat, unter anderem Naturphänomene ins Visier. Das Video Den Himmel muss man sich wegdenken (2014) zeigt gewaltige Wellenberge, die monolithisch unter einem hohen Horizont dräuen. Aufge­nommen mit einer Hochgeschwindigkeitskamera, die sichtbar macht, was dem menschlichen Auge sonst verborgen bleibt, wird die Meeresbewegung extrem gedehnt. Von den Tsunami-Katastrophen über die faszinierenden Big Waves der Surfer bis zur Großen Welle vor Kanagawa, dem legendären Farb­holzschnitt des japanischen Künstlers Hokusai, reicht Julius von Bismarcks komplexes Referenzsystem. In seiner zweiten Arbeit im Sprengel Museum Hannover Freedom Table & Democracy Chair hängt er zwei Bürostühle und zwei Schreibtische aus einem Büro des Museums in den Ausstellungssaal. Scheinbar schwerelos kreisen die Möbel im Raum, ziehen ihre Bahnen com­putergesteuert, meist asynchron, bevor sie sich in seltenen Momenten wie zum Austausch treffen. Freedom Table & Democracy Chair sind gänzlich ihrer Funktion beraubt.