Lotte Lindner & Till Steinbrenner
*1971 in Bremen / *1967 in Hildesheim
leben und arbeiten in Hannover
Die von Lindner & Steinbrenner stets gemeinsam entwickelten künstlerischen Eingriffe lassen sich zwischen performativer Installation, Skulptur und Performance einordnen. Mit ihren Interventionen in gemeinschaftlichen Räumen schaffen sie nicht nur Situationen, in denen die Erfahrungswelt der Betrachtenden verschoben wird. Sie verändern auch aus einem spielerisch-forschenden, bildhauerischen Impuls heraus das institutionelle Bezugssystem. Auch den für die Kestner Gesellschaft entwickelten Arbeiten liegt eine intensive Auseinandersetzung mit den räumlichen Strukturen zugrunde. Als Besucher sind wir mit zwei vom Arkadengang ausgehenden, definierten Räumen konfrontiert, die sich in ihrer Materialität konträr und dennoch dialogisch verhalten. Während der von innen schwach erleuchtete Raum aus einer transparenten Latexmembran einladend und heimelig wirkt, jedoch nicht zugänglich ist, versperrt sich der konstruierte Raum zunächst und erweist sich erst im Herumgehen als begehbar. Der so räumlich eingeschlossene Pfeiler wird als Teil der alltäglichen Architektur des Raumes selbst zum Ausstellungstück. Im Dialog spiegeln die vom Künstlerduo geschaffenen Räume indirekt das Verhältnis vom Betrachtenden zum Produktionsort von Ausstellungen wieder.