Olga Balema
*1984 in Lviv, Ukraine
lebt und arbeitet in New York City

Die Reproduktion (post)kolonialer Schemata prägt weiterhin maßgeblich soziale Normen und Institutionen unserer Gesellschaft, welche – wie radikale Feministen es anstreben – infrage gestellt werden müssen. In ihren Arbeiten kehrt die Künstlern Olga Balema zu einer fundamentalen Sicht der Welt zurück, die ihre koloniale Vergangenheit augenscheinlich unter einem Mantel von Stereotypen und westlich dominierten Weltbildern belässt. In ihrer Serie Motherland/Early Man (2016) schafft Balema Spannungsverhältnisse zwischen materieller Widerstandsfähigkeit und Zerbrechlichkeit. Dabei erweitert sie historisch fungierende Landkarten mit Schichten aus Latex, Pigment, Akrylfarbe mit plastisch aufgesetzten Brüsten. Balema hinterfragt essentialistisch ausgerichtete Tendenzen der Institutionalisierung von Männlichkeit in der patriarchalen Gesellschaft und offenbart zeitgleich eine Raumpolitik der Koexistenz und Ausschließung. Der dabei geschaffene Verweis vom zeitlichen Wandel beruht auf historischen Perioden in Verbindung mit einer essentialistischen Vorstellung von Weiblichkeit. Ihre Arbeiten lassen erkennen, dass sich die Gesellschaft als Ganzes, ihrer Geschichte zum Trotz, neu gestalten ließe.