Geboren in Innsbruck, 1981 Lebt und arbeitet in Berlin

In seinem Werk überführt Oliver Laric klassische Fragestellungen zu Reproduzierbarkeit und Autorenschaft ins 21. Jahrhundert und rückt die Produktions und Distributionsmechanismen im digitalen Zeitalter ins Zentrum. Seit mehreren Jahren arbeitet er u. a. an einem öffentlich zugänglichen Archiv mit 3D-Scans von Objekten aus Sammlungen zum rechtefreien Download (threedscans.com) und entwickelt Skulpturen im 3D-Druckverfahren. Die bei den Skulpturen basieren auf Max Klingers Beethoven (1902) und John Gibsons Sleeping Shepherd Boy (1843): sichtbare Nahtstellen oder der Einsatz unterschiedlicher Materialien verweisen auf ihre Zusammensetzung aus mehreren Teilen.

Larics Beethoven (2016) ist aus weißen Kunststoffelementen gefertigt, was aus der Ferne an den Marmor antiker Statuen denken lässt und über das geringe Gewicht der hohlen Form hinwegtäuscht. Da ein 3D-Scan vom Museum untersagt wurde, entstand die Skulptur mithilfe fotografischer Daten, was an die Entwicklungsgeschichte der 3D-Technologie erinnert, der Laric mit Resemblance by Contact (2016) Anerkennung zollt. Unter den Renderings von Skulpturen aus Pariser Museen befinden sich Ganzkörperporträts aus verschiedenen Lebensstadien von François Willème (1830–1905) sowie Autostereogramme, die als dreidimensionale Bilder wahrgenommen werden können.