Geboren in Nürnberg, 1988
Lebt und arbeitet in Berlin
In ihren raumgreifenden Installationen verbindet Raphaela Vogel skulpturale, filmische und performative Elemente zu installativen Settings und lotet das Verhältnis von Körper, Raum und digitaler Technologie aus. Das sich aufbäumende Tier zu Beginn des Parcours scheint im Wechsel von Werden und Auflösung begriffen und wurde ursprünglich von der weitreichenden Bedeutung des Pferdes für Niedersachsen inspiriert. Im Schlepptau befindet sich das anatomische Modell einer riesigen, geöffneten Brust. Die fremdartige Zusammenführung evoziert nicht nur eine traumhafte Stimmung, sondern forciert – aufgrund der Kräfteeinwirkung an empfindsamer Stelle – auch schmerzhafte Assoziationen. Die Installation setzt sich im angrenzenden Raum fort, wo eine mit weißem Polyurethan überzogene Melkvorrichtung zugleich als Halterung für einen Beamer dient. Wie inmitten einer endoskopischen Innenschau nimmt der Film den Betrachter mit auf eine existentielle Reise rund um die Themen Versorgung und Geburt, in der die bedrohliche Dynamik des sogartigen Gleitens durch den Sound untermauert wird. Wie stets agiert die Künstlerin selbst als Protagonistin des Films, in dem die Einheit von Mutter und Kind letztendlich durchbrochen wird.