Thomas Ruff
*1958 in Zell am Harmersbach, Deutschland
lebt und arbeitet in Düsseldorf
In seinen Arbeiten erweitert Thomas Ruff die Vorstellung von Fotografie und ihren Möglichkeiten um eine weitere Dimension. In dieser überdenkt er den ursprünglichen Anspruch der Fotografie, objektives Zeugnis der sichtbaren Wirklichkeit zu sein. Dabei wird erkennbar, dass die stetige Entwicklung und Rezeption seiner Werke auf der Thematik einer kritischen wie auch affirmativen Infragestellung des fotografischen Bildes, seiner Techniken und Wirkungen basiert. In der seit 2012 entstehenden Reihe r.phg befragt Ruff klassische Verfahren des Fotogramms bezüglich seiner Aktualität unter digitalen Bedingungen. Die Frage nach der Wirklichkeit des Sichtbaren auch jenseits des Bildes scheint unausweichlich. Die dem Fotogramm zugrunde liegende Manipulation des „wahren“ Bildes durch eine virtuelle Dunkelkammer und an Rechenmaschinen erzeugten Renderings führten zu einer Komposition aus digital fingiertem Licht, Spiegelungsreflexen, Materialität und Farbigkeit. Ruff vergleicht diesen durch die Reduzierung des Sichtbaren hervorgerufenen Wandel der Perzeption von Objekten und der Wirklichkeit mit dem Höhlengleichnis des Philosophen Platon. Wie wir wahrnehmen und wie viel Illusionismus die Fotografie bedingt, lassen sich somit als grundlegende Fragestellungen seiner Arbeiten kennzeichnen.