Geboren in Berlin, 1984
Lebt und arbeitet in Berlin und New York City
Geprägt durch eine konsequente Auseinandersetzung mit Strömungen wie dem „Neuen Realismus“, arbeitet Timur Si-Qin an einer Emanzipation der Abbildung von einer subjekt-bezogenen Interpretation, unabhängig von sprachlichen oder kulturellen Codes. Seine Arbeit Is it true there is no such thing as truth? (2017) reiht sich in die konstante Auseinandersetzung des Künstlers mit Markenlogos ein, in der er eine Wort-Bild-Marke bestehend aus einem Yin-Yang-Symbol und dem Schriftzug Peace entwickelt. Durch das Zusammenführen dieser zwei unterschiedlichen Bedeutungsträger werden Wort und Symbol von der ihnen kulturell eingeschriebenen Bedeutung losgesagt und das Verhältnis von Signifikant und Signifikat ad absurdum geführt. Auf Gebetsfahnen angebracht, prangt das neuformierte Logo nun zwischen vier
freistehenden digitalen Stelen, auf denen virtuelle Landschaften abgebildet sind, und beschwört eine zukünftige New Materialism-Religion herauf. Die virtuelle Landschaft fungiert dabei als evolutionsbiologischer Attraktor, der einen Status des Wohlfühlens erzeugen möchte. In der Anordnung lässt die Installation Assoziationen zu archaisch-rituellen Orten anklingen.