Geboren in Athen, 1976. Lebt und arbeitet in Berlin.
Für die Installation Nacktes Erbe: Wir brauchen Euch Alle (2017), die vor Ort entwickelt wurde, hat Sapountzis Skulpturen aus der Sammlung des Museums von den 1910er- bis in die 1960er-Jahren ausgewählt, denen die Darstellungen des nackten Körpers und die Abformung des Gesichtes gemeinsam sind, darunter Bernhard Hoetger, Das Lächeln (1906), Georg Kolbe, Die große Sitzende (1929), Joachim Karsch, Junges Mädchen (Großes stehendes Mädchen II) (1930), Aristide Maillol, Ile de France (1921), Marino Marini, Figura M; Große stehende Frau (1945), Henri Laurens, La grande baigneuse (1947), Richard Scheibe, Stehende (1955), Joannis Avramidis, Modellierte Figur (1958). Diese Arbeiten wurden wie „Models“ fotografiert, die die Vorlagen für Monotypien auf Stoff bilden, mit denen die Skulpturen umhüllt wurden. Auf einer Bühne platziert, werden die Skulpturen zu Akteuren in einer Szenografie aus bunten, bedruckten Stofffahnen und Konstruktionen aus Aluminiumstangen. Sapountzis will ein „Lebendig-Werden“ der Skulpturen assoziieren. So stellt er weniger den kunsthistorischen Kontext aus als vielmehr einen bewusst subjektiven und subversiven Dialog, der dem Betrachter eine neue Sichtweise offeriert. Die weichen Stoffe werden zu einer bildlichen Allegorie für die Auflösung der in Bronze gegossenen starren Körper. Die Installation erzeugt ein Netz von neuen Strukturen, die die Skulpturen als einen Prozess von Veränderung und Neuformierung inszeniert.